Soldaten- und Siegesdenkmal von Verdun

Das Soldaten- und Siegesdenkmal von Verdun, im Rahmen der Gedenkdynamik zwischen den Weltkriegen errichtet, bezeugt den Willen der Stadt, der Bedeutung ihrer Geschichte gerecht zu werden. Der Grundstein wurde 1920 nach einer landesweit organisierten Spendensammlung gelegt. Bei dem von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb wurde 1921 der Projektvorschlag des Architekten Léon Chesnay, mit Unterstützung von Louis‑Alfred Berthémy, und des Bildhauers Jean Boucher ausgewählt. Die Bauarbeiten begannen 1926, und 1929 wurde das Denkmal im Beisein des französischen Präsidenten Gaston Doumergue eingeweiht.

Der für das Denkmal gewählte Ort könnte symbolträchtiger nicht sein: Hier überragte einst die Kirche Sainte-Marie-Magdeleine die Stadtmauer der Oberstadt, bevor sie bei den Bombenangriffen 1916 zerstört wurde. Das abschüssige Gelände bot sich für den Entwurf einer breiten Treppe an, die die Stadt mit der Maas verbinden und das Denkmal zu einem „Tor des Gedenkens“ machen sollte.

Es folgten mehrere Projektvorschläge, bis die endgültige Gestaltung feststand. Ein erstes Modell sah eine Krypta mit den Überresten von acht unbekannten Soldaten vor. Aufgrund der hohen Kosten wurde dieser Entwurf jedoch verworfen. Das Projekt entwickelte sich weiter: Die Krypta wurde verkleinert, während die vertikale Ausrichtung und die Statue des steinernen Kriegers, Symbol des Soldaten von Verdun, stärker betont wurden. Der noch imposantere ursprüngliche Projektentwurf wurde vereinfacht, bis schließlich das aktuelle Monument entstand.

Es besteht aus einem pyramidenförmigen Sockel aus Euville-Stein mit einer sechs Meter hohen behelmten Statue in insgesamt dreißig Metern Höhe. Eine monumentale Treppe mit 73 Stufen führt zum obersten Plateau, wo sich der Eingang zur Krypta befindet. Die Krypta mit viereckigem Grundriss wird durch ein verglastes Oberlicht erhellt. An dem Dekor der Krypta waren mehrere Künstler beteiligt: Die Mosaike stammen von René Ebel, die Glaskuppel von Gaëtan Jeannin und die große Bronzetür von Jean Prouvé.

Heute ist das Soldaten- und Siegesdenkmal von Verdun eines der bedeutendsten Symbole des Gedenkens von Verdun, das die Stadt überragt und zur Erinnerung mahnt. Seit 1989 steht das Bauwerk als „Monument historique“ unter Denkmalschutz.